Effiziente Brennwertnutzung war bislang bei Brennstoffen aus Biomasse kaum möglich. Nun hat das Unternehmen Schräder Abgastechnologie ein zweistufiges System aus Wärmetauschern entwickelt, die das ungenutzte Energiepotential ausschöpfen – den AWT-Top.
Die Wirkungsweise lässt sich folgendermaßen beschreiben: Aufgrund der hohen Vorlauftemperaturen treten bei der Biomasseverbrennung auch hohe Abgastemperaturen auf. Im ersten Wärmetauscher findet eine trockene Abkühlung der Rauchgase statt. Sie werden von 150 bis 300°C auf ein Niveau knapp über dem Taupunkt abgekühlt, etwa 50 bis 90°C. Dieser Wärmegewinn kommt dem Rücklauf der Heizungsanlage zugute. Anschließend übernimmt der zweite Wärmetauscher die weitere Abkühlung und eine damit verbundene Auskondensation des Abgasvolumens.
An dieser Stelle wird ein Pufferspeicher eingesetzt, der mit kaltem Wasser gefüllt ist und der durch den Wärmeaustausch langsam aufgeheizt wird. Eine Umwälzpumpe bewirkt den ständigen Durchfluss des Systems. Die so gewonnene Energie lässt sich bei jedem Trink- oder Prozesswasser-Zapfvorgang nutzen. Das ausfallende Kondensat kann gesammelt, neutralisiert oder ggf. direkt eingeleitet werden.
Um den hohen Materialanforderungen gerecht zu werden, wird im AWT-Top ausschließlich hoch korrosionsbeständiger Edelstahl eingesetzt. Durch die Verwendung von hocheffizienten Rippenrohren werden im Schnitt Leistungssteigerungen bis zu 20% erreicht.
Das Produkt des Kamener Unternehmens eignet sich neben dem Einsatz bei Biomassebrennstoffen bis zu einer Nennheizleistung von 500 kW auch zur Wärmerückgewinnung bei anderen Feuerstätten mit höheren Abgastemperaturen sowie bei Abluft und industriellen Abgasen.
Effiziente Wärmerückgewinnung mit System und dem Einsatz hochwertiger Materialien: Funktionsprinzip des AWT-Top von Schräder.
Bild: Schräder, Kamen